Ein gegenseitiges Verständnis der Religionsinhalte kann natürlich
nicht in einem bestehenden Konsens bezüglich der jeweils spezifischen
formalen Aussagen, Bedeutungen, Definitionen, Forderungen und Sinnbezüge
bestehen.
Wenn auch alle großen Religionen einen solchen Konsens jeweils
für sich als allgemeingültig zu beanspruchen, anzustreben und
zu fordern scheinen, kann und soll nicht dieses das Ziel einer gemeinsamen
Verständigung sein, wie sie in diesem Schulbuch angestrebt wird.
Ein solcher Konsens besteht bestenfalls nur innerhalb der Religionen,
Konfessionen, Schulen, Sekten, Richtungen und Lehrmeinungen und vielleicht
auch innerhalb von Regionen als Allgemeingültigkeiten, wobei für
das jeweilige Verständnis und die jeweilige Gültigkeit als jeweilige
Lebensform und Sprachregelung innerhalb der Religionen und der jeweiligen
Variation und Lehrmeinungen die korrelative Wechselbeziehung von Sinn und
Bedeutung jeweiliger Lehre, Botschaft und Ansicht einerseits und dem Verständnis
andererseits zu berücksichtigen ist, eine Korrelation also von grundlegender
Botschaft und dem Konsens in der Interpretation bzw. in dem Verständnis,
als jeweilige Gültigkeit und Lebensform.
Sinn eines gemeinsamen Religionsunterrichts bzw. eines gemeinsamen
Lehrbuches kann nur in der Vermittlung der verschiedenen Glaubensformen
und Inhalte bestehen in der Form verständlicher Information und in
der Einübung, verschiedene Ansichten und Denkbarkeiten nachvollziehen
zu können, um darin die andere wie die eigene Lehre einordnen und
im Kontext aller Religionen bezeichnen zu können.
Jenseits der religiösen Lebensformen und auch der meist impliziten
überregional angelegten Missions- und Ausbreitungsbestrebungen müssen
wir üben und versuchen, die universal gemeinten Aussagen und Botschaften
zu verstehenden und zu respektieren, die z.B. von Gott und einem transzendenten
Jenseits ausgehend das Verhalten und Handeln und auch die Lebensformen
bestimmen, wie wir es bei den Feiertagen praktizieren und als Himmel, ewiges
Leben, Jenseits, Wiedergeburt, Erlösung kennen.
Als in den großen Religionen implizit enthaltenen und als den
weitgehend bestehenden oder anzustrebenden auch transreligiösen wenn
auch nur menschlichen bzw. humanen Konsens einer Ethik einer gemeinsamen
Welt würde ich vorweg die jeweils eigene Verantwortlichkeit für
den eigenen Glauben nennen. Des weiteren besteht wohl als Konsens:
1. Die Forderung nach Ehrlich im Diskurs, Respekt vor der Würde,
dem Glauben, der Familie, dem Eigentum des anderen, und Gerechtigkeit als
Gebot für ein friedliches, humanes Zusammenleben der Menschen.
2. Achtung der Minderheiten.
3. Gleiches Recht - auch im Glauben - für alle Menschen,
Mann, Frau Kind.
4. Gedanken- und Meinungsfreiheit
5. Recht auf Bildung, Wissenschaft und geistige Entwicklung.
6. Menschenrechtskonventionen.
Friedhelm Schulz
Prolog
Das Projekt Religionsbuch
Theologische Theologie von John Webster
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Kapitel 1, Die jeweils eigene Religion
Kapitel 2, Die Entstehung der Religionen und Religionsgebiete
Kapitel 3, Definieren, streiten, tolerieren, abgrenzen,
Kapitel 4, Andere Religionen verstehen
Kapitel 5, Die Religionen und Konfessionen in friedlicher Gemeinschaft