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Als Buch erhältlich wahrscheinlich ab August 2002, im Vorabdruck(ab August 2002) und in der Diskussion unter Der Punkt |
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Aktuelles: |
11. Sept. , Afganistan, Terrorismus, Globalisierung,
Bildung unter http://www.parteien-und-politik.de/ Kosovo -Kosovo |
To return to this text page please click on the "back button" of your browser. (aktualisiert am 29. Mai 2001)
http://www.friedhelm-schulz.de
thematisiert Grundproblematiken unserer Zeit, die sich aus der Entwicklung im Sinne veränderter Situation und neuer Erkenntnisse ergeben.
http://home.t-online.de/home/friedhelm-Schulz.Mail-Art/versuch.htm
Zentrales Thema ist die Korrelation von Kunst und Kommunikation am Beispiel und als Mail-Art
http://www.kommentare-zu-gerold-prauss.de
http://people.freenet.de/Praussdiskussion
Gerold Prauss, der wohl wichtigste Philosoph unserer Zeit, geht konsequent den Weg der Erkenntnistheorie einen großen Schritt weiter von Berkley, Hume über Kant hinaus ins bisher Unbekannte, und seine neue Arbeit "Die Welt und wir" soll auf dieser Seite diskutiert werden.
http://www.jesus-und-kirche.de
Ist der christliche Glaube in bisheriger Form und Tradition noch haltbar, soll man das Glaubensbekenntnis verändern? Als Reaktion auf die üblichen Argumente gegen unseren Glauben, die Rudolf Augstein in einem Pamphlet und Buch zusammenfaßte und veröffentlichte, versuche ich eine angemessene Antwort: Man muß den Glauben sowohl als Folge wie auch als Ursache der Situation, wie aber auch der Entwicklung verstehen, der u. a. eben ein Lernprozeß ist.
http://www.Mosaike-und-Wandmalerei.de
Kommerzielle Werbung für Arbeiten
http://kunst.freepage.de/friedhelm-schulz/
http://members.tripod.de/FriedhelmSchulz
Übersichtsseiten und Beiträge zur aktuellen Politik und zum Bildungssystem
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alternative Übersichtsseiten:
http://nav.to/fs9
http://fs9.nav.to
http://nav.to/friedhelmschulz
Kostunica und Djindjiczurück
Was ist "Kultur der Freiheit"?
Was
Milosevic demonstriert hat, war die alte Vorstellung vom "Wilden
Westen": Für jemand, der Sheriff, Richter, Banken und Presse in der Gewalt
hat, ist Anstand, Ehrlichkeit, Menschlichkeit und Gerechtigkeit eine Frage der
„Cosa-Nostra" und nach außen und bei anderen nur Dummheit.
Nun, so war der Westen und kann es jederzeit
wieder werden.
Ob Deutsche, Dänen, Franzosen oder Briten, wir
waren noch vor gut 50 Jahren nicht anders und sind auch nicht durch gute Worte
und allein zur Vernunft gekommen.
Natürlich sind wir in 50 Jahren keine besseren
Menschen geworden.
Aber weniger DOPPELZÜNGIG
als
eine
Kultur der Freiheit
und
dies bedeutet nicht, daß die Menschen besser geworden sind,
setzt aber Lauterkeit des Einzelmenschen
zumindest soweit voraus, wie Unlauterkeit sofort gesehen und durchschaut und
einen Streit verursachen würde, wobei es sofort zu aussichtslosen Zänkereien
und Streitereien bzw. Krieg käme, was dabei nichts als ein Zeichen von Dummheit
wäre, weil die jeweiligen Betrüger nicht im Vornherein einsehen, daß sie
durchschaut, erwischt, blamiert und wegen Blödheit aus der Gemeinschaft des
zivilisierten Verhaltens ausgeschlossen werden:
==>
Prügeleien der Ungebildeten, die zu langsam denken
==> und zivilisiertes Verhalten aufgrund von
Vernunft.
Zivilisiertes
Verhalten braucht aber nicht apriori ein Zeichen von ethischer Qualität der
Zivilisation und gut zu sein, wenn diese z.B. im Konsens der Intrige eines
gemeinsamen Verbrechens gegen Außenstehende z.B. gegen Dumme und Ungebildete
geschieht: alte Europäische Zivilisation. Aber dieser Status-quo reicht dennoch
in eine ethische Dimension:
Wenn man untereinander zivilisiert ist und gegen
andere gemeinsam verschlagen, dann weiß jeder vom anderen, daß jeder
verschlagen ist und nur bedingt durch die Zweckmäßigkeit der Gemeinschaft
untereinander ein künstliches Wohlverhalten übt, das dann eben nur soweit
reicht, wie die Zweckmäßigkeit der Gemeinschaft von größerem Nutzen ist, als
das, was man durch Überlistung und Betrug gewinnen würde bzw. auf das man um
des Friedens willen verzichten muß. Natürlich handelt es sich bei diesem
Status-quo um eine Wertegemeinschaft, - die übrigens recht kompliziert ist und
noch einige andere ganz wesentliche Aspekte besitzt. Aber dennoch ist dieser
logische Aspekt für das Folgende fundamental.
Daß
diese Wertestruktur durchaus noch schmutzig ist, wird deutlich, wenn man sich
vorstellt, daß diese guten, christlichen oder islamischen Werte z.B. bei der
Erziehung den Kindern als „Gut" mit Hilfe göttlicher und religiöser Gebote
begründet vermittelt oder eingebleut wird, die dabei oft vereinfacht und
nikolaushaft, jedenfalls nicht mit echter Überzeugung und ehrlich vertreten
wird.
Diese Doppelzüngigkeit muß mit dem
Erwachsenwerden dann nicht nur vom Erzieher eingestanden werden, sondern auch
vom Erzogenen verlangt und eingefordert werden. Das heißt, der Erzogene muß
nicht nur die einst ethische Begründung als naiv und kindisch abtun, sondern er
muß die Doppelzüngigkeit als ein „höheres" Gebot mitmachen. Das stolze
Erwachsenwerden heißt dann oft, Komplize und statt ehrlich nur loyal zu sein
mit der Familie, der Sippe, dem Stamm, der Konfession, der Partei oder dem
System.
Das zaghafte Licht eines friedlichen Miteinander, das mit Peristroika und Glasnost, mit dem Vermächtnis von Gorbatschow, Bush, Kohl, Genscher, Kinkel, und dem ehrlichen Bemühen von Blair, Chirac, Ahtisaari, Koschnewski, Putin, Fischer und auch Clinton und wohl inzwischen von den meisten Europäern und Asiaten, von Australien und Nord- wie Südamerika und Südafrika betrieben wird, ist sicher in der Weitsicht unterschiedlich - aber ganz entsprechend weniger DOPPELZÜNGIG.
Wir Menschen sollten uns ein gemeinsames Informationssystem leisten, das jeder mit seiner TV-Schüssel in seiner Sprache erreichen kann.
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Putin und Jiang Zemin und
deren Probleme.zurück
von Friedhelm Schulz
Das Mitgefühl der ganzen Welt
mit der russischen U-Boot-Besatzung zeigt, wie sehr wir - nicht zuletzt durch
die Existenz der modernen Medien - eine Familie sind.
Beim Sonntagsgespräch der ARD-Presseschau am 27. August 2000 unter Fritz
Pleitgen störte dennoch die westliche Arroganz dilettantischer Journalisten ,
die wohl kaum die z.T. zeitgleichen Bahn-, Buß- oder Flugzeugunglücke in
eigenen Landen als Staatskrise diskutiert hätten.
Obwohl gerade wir Deutschen mit den Neuen Bundesländern die Schwierigkeiten und
ungeheuren Kosten durch die abrupte Privatisierung einer ganzen Volkswirtschaft
vor Augen haben, - das Tausendfache für dies kleine ehemalige DDR-Land, als es
das Riesenreich der GUS an Schulden hat, der Preis für eine UMTS-Lizenz, -, ist
es wahrscheinlich das bessere Gehalt für einen Westjournalisten und ohne
Zweifel auch das Bedürfnis nach langentbehrter Überlegenheit, wodurch man
verführt wird, den Stammtischrichter und Maßregeler zu spielen: „Was habt ihr
mit unserem Geld gemacht!". Die 20 Milliarden, die der Westen in den Osten
investierte, entsprechen in solchem Verhältnis etwa dem, als wenn ich einem
Flüchtling aus einem anderen Land 5,00 DM gebe und ihm dann nach 10 Jahren
vorwerfe, daß er davon noch immer keine florierende Existenz gegründet, sondern
damals eine Limonade getrunken habe.
Fritz Pleitgen versuchte immerhin das Abgleiten in so ganz billige
Geschwätzigkeit zu steuern, nämlich denjenigen, der den Schaden hat, nun auch
mit Spott und Prügel zu versorgen.
Und es ist der gleiche billige Journalismus, der einen abrupten Umbruch auch
für China mit fast einem Drittel der Menschheit forderte und fordert, obwohl
kein Land der Welt und auch nicht alle zusammen dies würden finanzieren können
und wollen, wobei man über viele Millionen Verhungernde, die abzusehen wären,
nur die Schultern zuckt.
Natürlich sollen die Medien kritisieren.
Aber es ist wohl auch die noch immer aus westideologischen Gründen des „Kalten
Krieges" weitgehende Tabuisierung der Problematik freier Marktwirtschaft
und des Privateigentums, die es ja dennoch gibt, und es ist natürlich auch
liebende Ungeduld, weswegen man die gefährliche Langsamkeit wirtschaftlicher
Entwicklung in den einst sozialistischen Ländern leicht als Unfähigkeit und
mangelnde Qualifikation irgendwelcher Schuldiger sieht - natürlich als die
Schuld Putins. Natürlich ist es auch die rhetorisch verengte Thematik, als wäre
da nur Putin mit seinem U-Bootspielzeug, er habe es kaput gemacht, weggeworfen,
herzlos Menschen geopfert und sich dann versteckt und bräuchte nun seine
Prügel.
Aber die Arroganz hat eben auch noch das alte Gesicht des „Kalten
Krieges":
Privatwirtschaft auf der Basis der Akkumulation von viel Kapital in der Hand
weniger als Voraussetzung der Arbeitsplätze für die „Masse", die sich in
Europa und den USA über Jahrhunderte und erst durch Sklavenarbeit,
Kolonialismus und lange unmenschliche Unterbezahlung, Mißachtung und
Mißhandlung der Arbeitnehmer und entsprechend unmenschliche Willkür, von
Sklavenhändler und -halter wie Unternehmer quasi „natürlich" entwickelt
hat, entwickelt sich in den GUS-Staaten nun gerade 10 Jahre, wobei man den
Prozess der Akkumulation ja nicht dadurch beschleunigen und humanisieren
konnte, daß man wenigen Menschen einfach viel Geld zuschanzte. Wo es einige Wenige
„irgendwie" schafften, gelten sie unserer Presse dennoch als die Bösen.
Man muß dabei Eigentum als
ökonomisches Qualitätskriterium unterscheiden von einem ethischen
Qualitätskriterium, das Karl Marx aus begreiflichen Gründen vor 150 Jahren
gar nicht sehen konnte oder wollte, und das dahin führte, teils aus
rhetorischen Gründen, teils aus politischer Erfahrung linker Parteien mit ihren
Gegnern, in einem Unternehmer und Besitzenden nur den Bösen und sogar das Böse
zu sehen, wie es in einigen Bibelstellen im Neuen Testament unseres
christlichen Glaubens ja auch vertreten wird, Math. 19,23; Luk.18,23; u.a. ;
aber man findet leicht auch Bibelstellen, wo Gott den guten Menschen mit
Reichtümern belohnt. Daß kleinen Journalisten bei dem Tempo des Umbruchs schneller
Reichtum in den GUS-Staaten sofort suspekt erscheint und sie die Globalisierung
des Kapitals, die in aller Welt schon selbstverständlich ist, dort aber als
Verbrechen hinstellen, wenn z.B. dort jemand seine Millionen in die Schweiz
bringt, demonstriert nur, wie langsam und schwer das Umdenken auch im einstigen
Westen ist.
Dennoch war es nicht zuletzt das sozialistische Argument der
"Gerechtigkeit und Gleichheit" der vorigen Jahrhunderte, das in die
Menschenrechte einfloß, diese unabhängig vom jeweiligen Besitzstand jedem
zuzuerkennen und die nur sehr langsam Teil auch unseres Wertesystems wird.
Das ethische Qualitätskriterium des Eigentums in unserem Wertesystem.
Das ökonomische Qualitätskriterium erweist sich im Westen auf „natürliche"
Weise dadurch, wenn man Besitz erwerben und erhalten bzw. vermehren kann bzw.
konnte, und der Verlust bedeutet dann fehlende Qualität. Wir empfinden solche
„Natürlichkeit" als empirisch objektiv. Als ethisches Qualitätskriterium,
das bis heute auch im Westen unverstanden ist und nur in der Weise definiert
wird, daß die Lohnarbeit als „Geschenk" des Unternehmers an den
Lohnarbeiter ein volkswirtschaftlicher Segen und damit ein ethischer Akt ist
und Rechtfertigung für Reichtum bedeutet, verführt derart dahin, auch den ethischen
Wert eines Menschen nur an seinem Besitz zu messen, d.h. daß ein besitzloser
Mensch wertlos ist.
Dieses ist in der Tat kompliziert und als Bewußtsein weitgehend unverstanden
und kann zu den schlimmsten Verbrechen der Menschheit verführen, wenn man z.B.
durch offene oder heimliche, bewußte oder unbewußte Verweigerung oder
Verzögerung von Medikamenten, Wasser, Grundnahrung oder Grundbildung armer
Bevölkerungen deren Anzahl dezimieren oder deren Entwicklung hemmen will, als
handele es sich dabei um Ungeziefer und Unkraut. Bis heute sind es die
Chinesen, die die Schulbücher und literarischen Arbeiten vieler afrikanischer
Staaten in deren Sprache drucken, was früher auch in der DDR geschah.
(Siehe meinen Aufsatz „What about Germany" unter „http://www.kulturserver.de/home/friedhelm"
und meinen Brief an Petra Pau unter „http://kunst.freepage.de/friedhelm-schulz".)
Daß jemand dagegen aus nationalem und ökonomischen Idealismus Unternehmer wird,
ist wohl die Ausnahme; wenn jemand mit solchem Idealismus handelt, wie einst
Rathenau, Siemens und die vielen handwerklichen Kleinunternehmer, ist es ein
Segen für Arbeitnehmer und Lehrling, bleibt aber wohl die zufällige Ausnahme
und kann auch nicht verordnet werden. In der Regel ist nur der Profit und die
Selbständigkeit die Motivation.
Dennoch und gerade deshalb sollten auch westliche Kredite für Startkapital neuer Unternehmer in den GUS-Staaten sorgen.
Journalismus und Wertesystem.
Kann man ein Wertesystem vertreten und verteidigen, das wahrhaftig nicht
unproblematisch ist, wo z.B. der Wert eines Menschen nach seinem Einkommen,
nach seiner Krawatte oder Jacke, nach seiner Herkunft u.s.w und sein Minderwert
an schlechten oder billigen Schuhen, an der Zahnlücke, an fehlender Bildung
u.s.w. gemessen wird? Mit dem man wie am Beispiel westlicher Chinakritik über
ein paar zu riskierende Millionen verhungernde Menschen höchstens bedauernd mit
den Schultern zuckt, - und nicht einmal das, was mir viele „Grüne"
Grünschnäbel und „Rechte" Patrioten demonstrierten.
Wer einen Blick für ein paar Tausend oder Hundert oder Zehn Jahre in unsere
Vergangenheit wirft und ein wenig in der gegenwärtigen Welt herumgekommen ist,
muß unserem einstmaligen Außenminister Kinkel aber Recht geben, der den
ungeheuren Wert und den Komfort unseres Wertesystems verteidigt. Man soll nicht
das Kind mit dem Bade ausschütten, aber dennoch gilt es zu reflektieren, um
nicht unversehens zum Unmenschen zu werden.
Nun ist Rhetorik und nicht Denken das Handwerk des Journalisten. Ich weiß
nicht, wie weit Rechts-, Staats- und Militärphilosophie inzwischen gediehen
sind. Die Struktur unserer Werte ist nun mal recht kompliziert. Institutionell
werden Werte im Elternhaus, in Kirche und Schule gelehrt und beigebracht, von
Richter und Polizei geschützt und zum Teil mit Gewalt durchgesetzt. Dennoch
weiß jeder, daß zu ihrer Funktionsweise die Allgemeingültigkeit gehört, wobei
freier wie auch unfreier Journalismus nicht anders als Elterm, als Rechts- und
Staatsdiener sowohl Mund wie Ohr, Folge wie Ursache von Allgemeingültigkeiten
sein können, weil genau wie ein Journalist so auch ein jeder sowohl wertet wie
gewertet wird und gewertet werden will. Wer in die Vergangenheit sieht, kann
beobachten, daß sich die Menschen schneller den Werten anpassen, als sich die
Begriffe und Werte dem allgemeinen Denken der Menschen anpassen, wobei man sich
behelfsweite Begriffe und Werte wie leblose Apparate vorstellen kann, die
natürlich dennoch menschengemachte Artefakte sind. So gehörte einst
Gegnerschaft von Aristokratie, Leibeigenschaft, Sklavenhalterei, Kolonialismus
u.s.w. zum Bösen, und Gegnerschaft von Sozialismus, Sozialdemokratie,
Demokratie, Menschenrechte u.s.w. zum Guten. Obwohl sich solche
Wertungskriterien geradezu jeweils ins Gegenteil verkehrt haben, als neues und
modernes Wertbewußtsein, ist es bei diesen merkwürdigen Dingern wie bei alten
Automarken, sie bleiben hartnäckig in unserem Bewußtsein.
Wir sind bis heute noch fasziniert von der „Herrlichkeit" unmenschlicher
Despoten. Dies ist ein Problem. Ein weiteres ist jedoch das oft komplizierte
quasi grammatikalische Verhältnis unterschiedlicher Werte untereinander: so
gilt z.B. Betrug als negativ und Klugheit als positiv, wobei Betrug
andererseits zugleich als natürlich gilt und z.B. als Tarnfarbe, als List und
Tücke in Tier- und Pflanzenreich ein Geschöpf Gottes und zum Überleben
notwendig ist und uns auch als ein kluger Betrug wie beim „Hauptmann von Köpenick"
in rechter Konstellation fasziniert.
Natürlich sind Werte keine empirischen Gegenstände wie Staubsauger, die wie
neue und alte Autos herumfahren oder irgendwie durch die Lüfte schwirren. Da es
von ihnen viele Hunderttausend gibt, nach denen wir uns richten und die wir
schön miteinander kombinieren können, gäbe dieses auch ein unübersehbares
Geklapper und Gedränge. Dennoch sind Werte etwas Konkretes, die sich trefflich
instrumentalisieren und inszenieren lassen, wobei die eigentlich betrügerische,
aber wohl eher nur formale Inszenierung als durchschaubare oft geradezu zum
guten Ton gehört und wobei die nur von weniger Menschen durchschaubare teils
zur augurenhaften, intellektuellen Überlegenheitsdemonstration zählt, was heute
von Jugendlichen geradezu zelebriert wird. Aber es ist gerade die
Selbstverständlichkeit des alltäglichen Instrumentalisierens solcher Apparate,
die andererseits zugleich auch ein Instrumentalisieren von Menschen versucht
oder bedeutet, was derart verkürzt dargestellt eher wie absurde Fiktion klingt,
aber im vorigen Jahrhundert noch regelrecht zum Instrumentarium für
Machtergreifungen gehörte.
Jedenfalls gehört zum guten
Journalismus einer Weltgemeinschaft mit zunehmend gemeinsamen Werten eine
abgeklärte Reflexion genau darauf, was keineswegs eine Beseitigung der Werte
bedeutet, wenn schlechte Journalisten dies auch versuchen und unfähige nur
demonstrieren, daß sie unmündiges Objekt statt mündiges Subjekt sind.
Friedhelm Schulz, 30. August 2000
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